Die Gastronomie ist nicht länger eine Männerdomäne (Foto: © JackF / fotolia)

Die Gastro ist definitiv keine leichte Branche. Glitzer und Samthandschuhe wird man hier nicht finden. Bei vielen gilt sie nach wie vor als Männerdomäne. Doch mittlerweile gibt es immer mehr „Ausnahmen“, die beweisen, dass auch Frauen hervorragende Küchen- und Restaurantleiterinnen sind.

Die 50-jhährige Andrea Beck aus Böhmfeld ist eine dieser starken Frauen. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Maria und Josef betreibt sie seit 2001 den Beckerwirt in Böhmfeld, ein traditionsreiches Familienunternehmen. Zwar gebe es Unterschiede zwischen Männern und Frauen, doch um in der Gastro erfolgreich zu sein, spiele das Geschlecht keine Rolle. Vielmehr gehe es um generelle Eigenschaften und Ansichten. Im Interview mit dem Donaukurier sagte sie: „Man muss schon tough und diszipliniert sein, viel Herzblut reinstecken, und das Vertrauen in das eigene Können ist wichtig.“ Den weiblichen Einfluss einer Chefin würde man aber so gut wie immer an der Dekoration erkennen, egal ob im Gastraum oder auf dem Teller. Für die Kräuterpädagogin liegt der Hauptgrund dafür, dass die Gastro noch immer so stark von Männern dominiert wird, in einem alten Klischee begründet: „Das klassische Rollenbild von der heimischen Mama ist immer noch präsent, und wenn dann noch Kinder im Spiel sind, wird es erst recht schwierig – leider, muss man sagen.“

Die Szene wandelt sich bereits

Doch in den vergangenen Jahren fordern weibliche Köchinnen immer mehr den verdienten Respekt ein. Es werden feministische Gastro-Netzwerke und Foodmagazine gegründet, Kongresse werden veranstaltet und neue Restaurants eröffnet. Da die Bocuse-Generation langsam aber sicher verschwinde, sei der Zeitpunkt für derartige Maßnahmen günstig, so die WELT. Ein wichtiger Teil der Emanzipationsstrategie der kochenden Frauen besteht darin, aus ihrer „stillen“ Hintergrundrolle auszubrechen und endlich mit dem medial verbreitenden Vorurteil „es gibt keine erfolgreichen Frauen in der Gastronomie“ Schluss zu machen. An vielen renommierte Kochschulen machen mittlerweile mehr weibliche Absolventen ihren Abschluss, als es männliche Nachwuchsköche tun.

Die Aktivitäten der Gastronominnen verzeichnen bereits Erfolge. So hat bei den James Bear Awards, dem wichtigsten Kulinarikpreis der USA, in diesem Jahr erstmalig das weibliche Geschlecht dominiert. Auch Berufsmode speziell für Frauen ist neu auf dem Markt. Immer mehr Frauen schaffen sich in der Gastronomie eine Selbstständigkeit und etablieren sich. Für die Branche kann das nur Vorteile bringen, denn durch mehr Vielfalt auf dem Markt, wachsen automatisch auch Angebot und Nachfrage. (Donaukurier / WELT / MJ)

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