Kann man den Bewertungen auf Online-Bewertungsportalen vertrauen? (Foto: © Mikko Lemola / fotolia)

Gastronomen und Hoteliers speichern auf ihren Smartphones und Tablets neben vertraulichen und persönlichen Daten auch geschäftliche Korrespondenzen. Wie sich Android-Geräte vor Datenklau schützen lassen, erklärt das c’t-Magazin.

Gastronomen und Hoteliers haben einen der stressigsten Jobs der Welt. Sie müssen funktionieren – Pausen sind Mangelware. Im hektischen Alltag vergessen viele ihre Schwachstellen – auch auf ihrem Android-Smartphone oder -Tablet. Mit ein paar einfachen Tipps können Gastro-Profis ihre Handydaten vor unliebsamen Zugriffen und den Datensammlern von Google schützen – wie das am besten geht, erklärt IT-Experte Alexander Spier vom „c’t“-Magazin.

1. Gerät sperren

Richten Sie eine wirksame Gerätesperre ein. Neuere Handy- und Tablet-Modelle haben einen Fingerabdruckscanner integriert, der noch stärker als eine Passwortsicherheit ist. Wer auf eine (tot)sichere Methode setzen will, der schützt sein Gerät durch eine Autorisierung per Fingerabdruck und Zugangscode. Unter „Einstellungen/Sicherheit/Displaysperre“ (bei Android 5: „Einstellungen/Gerät/Sperrbildschirm“) legen Sie fest, ob ein Wischmuster, eine Pin oder ein Passwort das Gerät entsperren soll. Merken Sie sich Ihr Passwort oder Zugangspin gut, denn nach jedem Neustart des Gerätes müssen Sie diesen trotz Fingerabdruckscan eingeben.

„Wischmuster sind zwar einfacher zu merken, zu einfache Varianten können aber durch die Schlieren auf dem Display erkannt werden. Um es Beobachtern schwerer zu machen, sollte man zudem die Option ‚Muster sichtbar machen‘ deaktivieren“, wie Alexander Stier von „c’t“ erklärt.

2. App-Berechtigungen einschränken

Räumen Sie Apps nicht zu viel Zugriffsrechte ein. Wer bei der Installation der Apps Zugriff auf Kamera, Kontakte, Standort, Speicher und Anderes gewährt, kann die Rechte im Nachhinein auch wieder entziehen. Hierzu klicken Sie auf das Zahnrad rechts oben und dann auf App-Berechtigungen, wo die Programme sortiert nach Zugriffsrechten gelistet sind.

Besitzt das Smartphone oder Tablet eine Betriebsversion unter Android 5.1, haben Sie keine direkte Möglichkeit, einer App deren Zugriffsrechte zu verweigern. Alternativ können Anwender für vier Euro den SRT AppGuard kaufen, mit dem man die Rechteverwaltung auch für ältere Android-Softwareversionen nachrüsten kann.

3. Synchronisierung abschalten

Verweigern Sie Google die Berechtigung, Ihr Google-Konto mit Ihren Kontakten, Kalenderdaten und vielem mehr zu synchronisieren. In den Android-Einstellungen („Konto“ -> „Google“) können Sie festlegen, welche Kategorien nicht mit ihrem Google-Konto gleichgeschaltet werden sollen.

4. Google-Backup deaktivieren

Verzichten Sie auf eine externe Absicherung Ihrer App-Daten in der Google-Cloud. Bei diesem Backup werden nämlich auch WLAN-Passwörter abgespeichert. Das kann beim Wiederherstellen des Gerätes zwar nützlich sein, birgt aber aufgrund der Sicherung einiger Passwortdaten auch ein Risiko. Das Backup lässt sich unter „Einstellungen/Sichern & zurücksetzen“ wieder ausschalten.

Die Löschung aller gesammelten Sicherungsdaten erfolgt aber erst über den Menüpunkt „Einstellungen“ -> „Google“ -> „Persönliche Daten & Privatsphäre“ und dann auf „Google Dashboard“. Unter „Android“ sieht der Nutzer dann alle für diesen Account registrierten Geräte. Wer dann auf „Sicherungsdaten löschen“ klickt, entfernt alle Geräte-Backups aus seinem Google-Account.

5. Standortverlauf deaktivieren

Google verfolgt Sie über Ihr Mobilgerät auf Schritt und Tritt – egal, ob dabei eine Google-App wie „Maps“ gerade aktiv ist. Der Suchmaschinen-Riese will durch Ihr Bewegungsprofil eine optimierte Darstellung von Suchergebnissen, Verkehrsinfos und auf Orte bezogenen Empfehlungen erstellen. „Meine Zeitachse“ auf „Google Maps“ zeigt Ihren Standortverlauf an. Wer Google nicht permanent im digitalen Nacken sitzen haben will, der kann über die Einstellungen „Standort/Google Standortverlauf“ alle mit dem Google-Account verknüpften Geräte einzeln oder im Gesamten deaktivieren. Unter „Persönliche Inhalte“ löschen User ihren bisherigen Standortverlauf.

6. Verknüpfungen der Google-Tastatur einschränken

Googles Android-Tastatur „Gboard“ (ehemals „Google Keyboard“) analysiert Ihre geschriebenen Wörter und verknüpft sie mit anderen Daten aus Ihrem Google-Account. In den Einstellungen unter „Sprache & Eingabe“ können Sie „Gboard“ in seine Schranken weisen: Unter „Textkorrektur“ deaktivieren Sie die personalisierten und andere Vorschläge.

Schalten Sie unter „Wörterbuch“ auch die Synchronisation von erlernten Wörtern ab, damit vertrauliche Textbausteine zwischen Ihnen und Ihren Geschäftspartnern nicht versehentlich in der Cloud landen, wie IT-Experte Alexander Spier weiter betont.

7. Google-Neugier eindämmen

Google will über seine Android-Software so viele Informationen über Ihr Leben sammeln, wie nur möglich. Sie können den „Wissensdurst“ von Google aber begrenzen. Gehen Sie unter „Persönliche Daten & Privatsphäre“ bis zur Verwaltung Ihrer Google-Aktivitäten und klicken Sie „Aktivitätseinstellungen“. Hier können Sie bestimmen, welche Aktivitäten Google speichern und in der Suchergebnisdarstellung ausspielen darf. Lassen Sie sich hierbei nicht von dem Wirrwarr an Kategorien irritieren. Die Aufzeichnung, welche App wann und wie oft benutzt wurde, lasse sich nur zusammen mit der Auswertung der eingetippten Suchbegriffe deaktivieren, erklärt Spier weiter. Die Aufzeichnung von Aktivitäten auf Webseiten kann man separat deaktivieren. „Geräteinformationen“ beinhalten viel mehr als nur Details zum Gerät. Hier werden auch Kontakte, Kalender oder die abgespielte Musik abgespeichert. Wer Google auf die Nerven gehen und sich gleichzeitig störende Werbeanzeigen vom Hals halten will, sollte in den Google-Einstellungen regelmäßig die Werbe-ID  ändern und die „Anzeige von personalisierter Werbung“ abschalten. (Alexander Spier / c’t / FL)

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